Episode #24: Täter:innen in der Literatur
Lesung und Gespräch mit Sebastian Schönbeck, Marcel Beyer und Nora Bossong
11.03.2026 70 min
Zusammenfassung & Show Notes
In der Literaturgeschichte hat die Einfühlung in Täter:innen mit den Mitteln der Kunst eine lange Tradition. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die literarische Auseinandersetzung mit Täter:innen zwingend zur Anerkennung von Unrecht, Entschuldigung, Entlastung oder gar zu einer Täter-Opfer-Umkehr führen muss. Gerade Marcel Beyers Roman Flughunde über die Familie des NS-Propagandaministers Goebbels und Nora Bossongs Reichskanzlerplatz, der Magda Goebbels ins Zentrum stellt, verdeutlichen, dass die Annäherung an Täter:innen in der Literatur auf eine Weise möglich ist, die eine komplexere, über Einzeltäter:innen hinausgehende Perspektive auf Schuld und Verantwortung ermöglicht. Aber warum erzählen wir uns überhaupt Geschichten über Täter:innen, welche soziale und moralische Funktion erfüllen sie? Was ist die ‚Aufgabe‘ der Literatur in diesem Zusammenhang? Und wie weit reicht ihre Autonomie?
Der Literaturwissenschaftler Sebastian Schönbeck moderiert die Lesung der beiden Autor:innen und führt das anschließende Gespräch mit ihnen.
Die Lesung war Teil des Workshops "A Case for Empathy? Facing the Perpetrator in Literature, Culture, and History", den die Literaturwissenschaftlerin Saskia Fischer (Hannover) am ZiF veranstaltet hat.
Die Lesung war Teil des Workshops "A Case for Empathy? Facing the Perpetrator in Literature, Culture, and History", den die Literaturwissenschaftlerin Saskia Fischer (Hannover) am ZiF veranstaltet hat.
Links:
Literatur
- Nora Bossong: Reichskanzlerplatz, Berlin 2024.
- Marcel Beyer, Flughunde, Frankfurt 1996.
Für das Intro danken wir Niklas Schönfeld, für die Einsprecher Molina Panzner und Erica Shires und für das Podcast-Cover Corinna Mehl.
Bei Fragen, Rückmeldungen oder Vorschlägen könnt ihr dem ZiF-Kommunikationsteam eine Mail an zif-info@uni-bielefeld.de schreiben oder euch über Instagram unter @zif_bielefeld melden.